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07.06.2018 11:25

Ein gutes Jahr ist es nun her, das ich es gewagt habe - mit absprache meines Mannes - mich mit dem Zeichnen selbständig zu machen.

Die ersten Monate habe ich Zuhause rumgedümpelt - mich mehr vergraben als irgendwas sinnvolles zu tun.

Na ja für mich schon. Die zwei Jahre zuvor waren so dermaßen  stressig für mich, das ich das sowas von gebraucht habe.

Ich habe wieder zugenommen und mich wieder selbst gefunden.

Das braucht nunmal Zeit.

Ich wollte auch gar nicht raus gehen. Jedesmal wenn ich außer Haus war, sprachen mich Leute auf die alte Arbeitsstelle an.

Aber sowas geht vorbei.

Ich versuchte die ein oder andere neue Arbeitsstelle aus - aber das war alles nix für mich.

Und so habe ich wieder angefangen zu zeichnen.

Erst, wie immer am Esstisch.

Dann richtete ich mich richtig ein im Haus und habe so jetzt einen kompletten Arbeitsbereich extra um wunderschöne Zeichnungen zu schaffen.

 

In den Kunstverein bin ich natürlich nun auch beigetreten - das macht man doch so als selbständiger Künstler  sagen sie.

Das es nix bringt - sagen sie nicht.

Meine erste Ausstellung.

Ich habe mich wirklich gefreut als ich in der Sitzung wegen der Vorbereitung bei den Künstlern saß - endlich!!!!

Es war bei langem nicht so spektakulär, wie ich dachte.

Da ging es um die Anzahl der einzelnen Bilder die jeder Künster beisteuern könnte. Wie die dort hin  kämen und wer beim auf und abbau hilft.

An der Eröffnung war ich nicht dabei.

Ich mag es auch gar nicht wenn ich irgendwo vorne stehe und alle schauen mich an.

Ne.

Die Ausstellung war beim Arbeitsamt.

Wow.

Wenn man das ganze mal realistisch betrachtet, dann weiß man, das es dort kaum jemanden Interessiert, das da Bilder hängen.

Die Menschen die dort hin gehen haben anderes zu tun.

Na ja! 

Immerhin hängen meine Bilder überhaupt mal irgendwo!

Ich bat darum, das man Bilder macht, damit ich sie ansehen kann und auch Posten kann - wurde aber nicht gemacht.

Beim abbau war ich dabei.

das schönste daran war, das mein Mann mit mir danach noch zum Künstlerbedarfsladen fuhr.

Also wartete ich dann noch ein paar Monate ab ob ich nochmal woanders ausstellen kann, und schrieb dann dem Vorstand eine Mail, das ich wieder austreten werde.

Sie sagte zwar das ich sicher noch möglichkeiten gehabt hätte - aber nun gut.

Reden kann man viel. wenn man in einem Jahr nur einmal ausstellen darf und das wo wo es nix bringt, geht man wieder um weiter zu kommen.

Ich bin da vielleicht zu ungeduldig doch gewartet habe ich für mich, lange genug.

Im April war dort nochmals eine Ausstellung wo ich als Besucher mit meiner Familie dort war.

Schon am Tag zuvor durfte man hin, um die Künster bei der arbeit zu sehen.

Studierte Menschen, die eben Künstler sind.

Sie bearbeiteten verschiedene Medien zum Thema Weinreben.

Da kamen dann so Sprüche wie: "ich versuch das jetzt halt mal, wenn nicht kommts in die Tonne..."

Eine der Künstlerinnen stand relativ alleine vor Ihrer Leinwand und malte in der Sonne.

Hm. Also wenn ich ein Bild anfange dann weil ich es möchte und genau weiß was ich da am ende schaffen will und weiß genau das ich jeden Strich lieben werde.

Da kommt dann nix in die Tonne.

Zumal dann diese Bilder am Austellungstag dann alle mit guten Geldsummen versehen wurden.

Sind halt echte Künstler.

Die eine Künstlerin hat aus einer Art Papierrolle von der Wand hängend malereien gestaltet, welche dann auch noch so eingeschnitten waren - warum traute ich mich gar nicht zu fragen ..

Aber die war ja auch in China (oder Japan?)

Ich hätte eine Weinrebe gezeichnet. Mit vielleicht einer Eule drauf sitzend.

Aber ich bin auch keine Künstlerin und schon gar nicht habe ich es studiert.

Nach der langen Rede des Bürgermeisters und des Vorstandes, ging ich nach aplaudieren (wie alle) die Dinge(-r) dort anschauen.

Da war ein Künstler - nicht vom Ort, der eine art Offiziersmütze trug. 

Warum?

 

Er machte Kunst mit Licht.

Glaube er hat auch studiert.

Ich trage halt nicht so ausgefallene Sachen.

Bin eben wirklich kein Künstler.

Zwei der Aussteller waren vom Ort, der Rest von ausserhalb - weshalb das so ist, das die Mitglieder nur dort arbeiteten weiß ich nicht. das ist reine Politik denke ich.

Ich saß dann abends wieder an meinen Aufträgen.

 

Fazit ist, das ich wieder mal merke - die Tage besonders stark, das ich nicht böse bin, keine Kunst studiert zu haben.

 

Um Bilder zu erstellen die MEINER MEINUNG nach auch ein Kleinkind gemalt haben könnte aber durch die reine Bekanntheitspolitik groß dargestellt werden.

Das ist finde ich, ziemlich falsch.

Ich fragte letzen Monat meine Tierärztin ob ich einige meiner Bilder bei Ihr ausstellen dürfte.

Das habe ich bisher vermieden weil ich denke, das dies nicht viel bringt.

Sie sag die Bilder auf meinem Handy und war völlig hin und weg! "Bring sie gleich her!"

Eine Ihrer Aussteller kam damit sogar in die Zeitung weil sie HIER ausgestellt hatte!"

Wow dachte ich, dann schnell her mit den Bildern!

Nachdem die Bilder dann so 3 Wochen später immernoch bei den Patientenstühlen auf dem Boden standen und davon nur 2 an der Wand hingen holte ich sie wieder zu mir nach Hause.

"Warum willst Du sie wieder holen? Die kommen vooooooooll gut an!?!"

Ähm? Weil meine geliebten Zeichnungen nichts auf dem Boden WOCHENLANG zu suchen haben wo was weiß ich wer dran gepinkelt haben könnte oder gar geklaut werden könnte!?????!"

aber ich sagte natürlich"Weil ich sie woanders auch ausstellen werde die Tage!"

 

Ich traf letzens einen Gast meiner letzen Arbeitsstelle. Dem sagte ich, nach fragen seiterseits, was ich nun mache, dass ich nun von Zuhause aus arbeite - da meinte er das daß natürlich viel entspannter ist wenn man Zuhause sein kann und der Mann für alles sorgt.

Da fällt mich in solchen Momenten ehrlich gesagt gar nichts ein um freundlich zu antworten - also sagt man nicht viel dazu.

Wäre mir das passiert, wenn ich gesagt hätte "Nach meinem Kunststudium und Jahrelangem Auslandsaufenthalt gestallte ich nun Kunst auf Meterlangen Papierbahnen"?

Bei mir möchte man schon fast die Kontoauszüge sehen um entscheiden zu können ob es von Wert ist was ich tue, oder eben nicht.

Man fragt mich ganz offen "was verdienste damit?"

 

Kämen so Sprüche wie

"Klasse, Du packst das, find ich TOLL das Du -malst-!"

Wenn ich Studiert hätte?

 

Oder hieß es dann nicht eher mit vieeel Hochachtung und Respekt "wow das ist ja unglaublich! Ich bewundere Dich in allen Maßen!"

Ich sollte jedesmal ein Selfie machen, wenn ich beim Wocheneinkauf bezahle, oder wenn ich bei der Post stehe um meine Aufträge weg zu schicken.

Wenn der hart arbeitende Postbote herablassend "guten morgen" sagt, weil er denkt das ich als faule Hausfrau nix tue und bis in die Puppen schlafe nachdem ich die ganze Nacht vor dem Fernseher hing - dann sollte ich ihm eine Fotostrecke zeigen bis wann ich in die Nacht hinein gezeichnet habe um meinen Kunden ihre Bilder zu zeichnen auf die sie sehnsüchtig warten.

 

Vielleicht würde ich dann ernster genommen werden?

 

Wie ihr seht, dreht sich dieser Blog um mein Selbständiges Leben als UNstudierte Künstlerin.

Meine Preise sind vielen dennoch dann zu hoch.

Bekannte fragen mich immer wieder auf der Strasse ob ich ihnen nicht mal was "malen" könnte.

Wenn ich meine Preise sage - kommt selten noch der besagte Auftrag.

Wie kann die so Preise verlangen - die hat doch nix zu tun!

Wie ich so Preise verlange:

Ich sitze bis zu 40 Stunden an einer Zeichnung.

Rechnet man das nur mal mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro auf, dann würde eine Din A3 Zeichnung 340 Euro kosten - und ich verlange 100 Euro.

Es ist doch nur ein Bild. Ja aber eine Topfpflanze kauft man für 30 Euro, die man dann nach 3 Monaten in die Tonne wirft weil man zu beschäftigt war sie zu pflegen - aber das ist natürlich ok.

Die kosten halt soviel!

Ich lebe davon!

das ist genauso ein Job wie eurer.

Natürlich - ohne es studiert zu haben.

Und ich denke, so Papierbahnen bekäm ich auch noch hin.

 

Aber ich hatte nunmal das glück das von meinem Vater geerbt zu haben.

Die Geduld und die Hingabe für etwas, was man liebt.

Ich denke, das reicht erst mal für meinen ersten Blog Eintrag.

 

 

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